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Cuma, Ocak 15, 2021

Kohleverbrennung im Kraftwerk Wedel wird deutlich reduziert: Restlaufzeit mit bis zu 30 Prozent weniger Brennstoff

Symbolbild: Pixabay

Der Aufsichtsrat der Wärme Hamburg GmbH hat eine Reduzierung der Kohleverbrennung im Heizkraftwerk Wedel beschlossen. Im Rahmen einer Selbstverpflichtung wird die Wärme Hamburg den Kohleeinsatz ab sofort um 20 Prozent und ab 2023 um mindestens 30 Prozent pro Jahr reduzieren. Das entspricht rund 150.000 Tonnen Kohle pro Jahr, die dann künftig weniger verbrannt werden.

Elbe Express / Haber Merkezi

Möglich wird diese Reduktion vor allem durch eine Verlagerung auf andere gasgefeuerte Wärmeerzeuger im Kraftwerkspark der Wärme Hamburg. Ab der Heizperiode 2022/2023 soll eine 80 Megawatt Power-to-Heat-Anlage am Standort Wedel Windstrom in Wärme umwandeln und so Kohle verdrängen. Die Versorgungssicherheit der Kundinnen und Kunden wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Durch die Kohlereduktion reduziert die Wärme Hamburg während der Restlaufzeit des Heizkraftwerks Wedel auch die CO2-Emissionen am Standort in erheblichem Umfang. Das Unternehmen reagiert damit auf die Anforderungen des Volksentscheids von 2013, die aktuelle Klimaschutzgesetzgebung und entspricht auch dem Kundenwunsch nach möglichst klimafreundlicher Wärme. Die aktuelle Planung zum Ersatz des Kraftwerks in Wedel sieht den Start der Inbetriebnahme in der Heizperiode 2023/24 vor. Nach Sicherstellung eines stabilen Dauerbetriebs soll 2025 die endgültige Abschaltung des Kraftwerks erfolgen.

Jens Kerstan Bild © Bina Engel/Senatskanzlei

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima und Energie und Aufsichtsratsvorsitzender der Wärme Hamburg GmbH: „Mit der Kohlereduktion setzen wir ein Zeichen. Wir zeigen, dass wir es ernst meinen mit dem Klimaschutz und der Wärmewende. Unser kommunales Unternehmen verzichtet auf Einnahmen und leistet einen Beitrag zur CO2-Reduktion und zur Wärmewende, der sowohl Hamburg als auch Schleswig-Holstein bei der Erreichung der Klimaziele hilft. Mit dem Energiepark Hafen werden wir das heutige Kohlekraftwerk in Wedel zu einem großen Teil durch klimaneutrale Wärme ersetzen – beispielsweise aus Wärmepumpen, industrieller Abwärme oder Müllverwertung. Die Reduzierung der Kohlemenge in Wedel ist ein erster wichtiger Schritt hin zum Kohleausstieg in der Wärme bis spätestens 2030. Dieser Schritt zeigt erneut, dass die Rekommunalisierung der Energienetze und der Wärme ein voller Erfolg ist und Spielräume für den Klimaschutz eröffnet.“

Dr. Michael Beckereit, technischer Geschäftsführer der Wärme Hamburg GmbH: „Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif, das sollte jedem klar sein. Auch die vom Unternehmen beschlossene Kohlereduktion in Wedel ist ambitioniert. Unter dem Strich ist die Maßnahme in Wedel mit CO2-Einsparkosten von cirka zehn Euro pro Tonne pro Jahr eine vergleichsweise günstige Möglichkeit, Klimaziele zu erreichen, wenn wir dies als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreifen. Die Einsparung von Kohle erfolgt durch ein detailliert von der Wärme Hamburg ausgearbeitetes Steuerungsprogramm, das unter Berücksichtigung von angestrebter CO2-Reduktion, Betriebs- und Belastungszustand der Anlage sowie der aktuellen Marktdaten die Fahrweise vorgibt. Die Reduktion durch die geänderte Fahrweise steht unter dem Genehmigungsvorbehalt des Bundeskartellamts.“

Nach dem Rückkauf der Wärmegesellschaft Ende 2019 erfolgte die Konzeptentwicklung für die Kohlereduzierung aufgrund von Impulsen der EnergieNetz Hamburg eG und des Ökoinstituts Freiburg. In einer Kurzstudie hatte das Ökoinstitut angeregt, über ein Kohlebudget CO2-Einsparungen zu erzielen. Längere Anlagenstillstände wurden aufgrund des Kraftwerksalters hingegen nicht empfohlen.

Der Kohleausstiegspfad der Stadt Hamburg und die Maßnahmen der Wärme Hamburg kommen auch Schleswig-Holstein zugute. Mit der in Wedel geplanten Power-to-heat-Anlage wird künftig verstärkt Windstrom aus Schleswig-Holstein für das Hamburger Fernwärmenetz als Wärme genutzt; die Zusammenarbeit mit Schleswig-Holstein und der Metropolregion in energie- und klimapolitischen Fragen wird intensiviert.

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