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Hamburg
Cumartesi, Ekim 24, 2020

Die meisten Schüler und Schulbeschäftigten infizieren sich außerhalb der Schulen

Symbolbild: Pixabay

Schulsenator Rabe hat vor Beginn der Herbstferien über die Lage an Hamburgs Schulen und die Planungen für den Herbst informiert: „Seit dem 4. August wurden aus 149 Schulen 355 mit Covid-19 infizierte Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigte gemeldet. In den meisten Fällen verlief die Krankheit altersbedingt sehr milde, oft symptomfrei. Größere gesundheitliche Probleme der Betroffenen sind nicht bekannt. In drei Schulen gibt es Hinweise auf Infektionen innerhalb der Schule, vermutlich haben sich jedoch bis zu 90 Prozent aller Betroffenen außerhalb der Schule infiziert. Um den Schulbetrieb nach den Herbstferien weiterzuführen, werden wir nach Anhörung zahlreicher Experten die Regeln für die Durchlüftung der Klassenräume präzisieren.“

Derzeit sind 122 der 256.000 Schülerinnen und Schüler sowie 24 von rund 24.000 Schulbeschäftigten an Covid-19 erkrankt. Die zurzeit Betroffenen besuchen 64 verschiedene Schulen. Vorsorglich befinden sich 58 der rund 9.500 Schulklassen sowie 162  Schulbeschäftigte in Quarantäne. Im Laufe der vergangenen acht Wochen waren insgesamt 106 Klassen oder Teilklassen auf Anordnung der jeweils regional zuständigen Gesundheitsämter zeitweise in vorbeugende Quarantäne geschickt worden. Anders als in anderen Bundesländern wurde von den Hamburger Gesundheitsämtern bislang keine Schule vorübergehend geschlossen.

Foto: Senatskanzlei Hamburg

Schulsenator Ties Rabe: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass sich die Betroffenen von 146 der 149 Schulen außerhalb der Schule infiziert haben. Das ist unter anderem daran zu erkennen, dass an vielen Schulen in der Regel nur ein oder zwei Infizierte entdeckt wurden. Eine Ausnahme bilden bislang die beiden Winterhuder Stadtteilschulen Heinrich-Hertz-Schule und Stadtteilschule Winterhude, möglicherweise aber auch die Julius-Leber-Schule (Stadtteilschule in Schnelsen). Dort haben sich vermutlich Schüler und Schulbeschäftigte sowohl außerhalb als auch innerhalb der Schule selbst infiziert. Die Infektionswege werden zurzeit noch erforscht.“

Rabe weiter: „Die Zahlen zeigen, dass die Schulen nach wie vor ein sicherer Ort sind, an dem es nur äußerst selten zu einer Übertragung der Krankheit kommt. Wichtig ist, dass sich auch weiterhin alle an die Hygienemaßnahmen in Schulen halten, auch wenn das manchmal unbequem sein mag. Insgesamt ist der Anstieg der Infektionen in allen deutschen Großstädten wie auch in Hamburg besorgniserregend. Gerade Jugendliche und junge Menschen sind in ihrer Freizeit viel zu sorglos und vergessen außerhalb des Schulgeländes und außerhalb der pädagogischen Kontrolle zu oft die Regeln. Dies spiegelt sich auch in den Infektionszahlen von älteren Schülerinnen und Schülern wider, die punktuell offenbar die gültigen Regeln vor allem in ihrem Freizeitverhalten nicht ernst nehmen. Ich appelliere deshalb an die jungen Menschen, mit Rücksicht auf die große Gefahr der Krankheit für ältere Menschen sich auch außerhalb der Schulen verantwortungsvoll und rücksichtsvoll zu verhalten. Das Beste, was Kinder und Jugendliche für ihre Großeltern tun können, ist sich überall an die Regeln zu halten.“

Präzisere Regeln für das Lüften der Unterrichtsräume

Damit die Schulen ein sicherer Ort bleiben, wird die Schulbehörde die Lüftungsregeln präzisieren. Dazu fanden in den letzten Wochen Gespräche mit zahlreichen Experten statt. Unter anderem hat die Kultusministerkonferenz vor wenigen Tagen eine Fachkonferenz zum Thema „Lüften in Schulräumen“ organisiert und dazu Vertreter verschiedener medizinischer Fachdisziplinen eingeladen. Mit dabei waren unter

anderem der Direktor des Bundesumweltamtes Dr. Heinz-Jörn Moriske, der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit Prof. Dr. Martin Exner und Prof. Dr. Bodo Plachter vom Institut für Virologie der Universität Mainz.

Die Experten machten deutlich, dass der Austausch der Luft in Schulräumen das indirekte Infektionsrisiko durch sogenannte Aerosole maßgeblich reduziert. Deshalb sollten alle Unterrichtsräume in regelmäßigen Abständen kräftig gelüftet werden. Dazu müssen Fenster für wenige Minuten so weit wie möglich geöffnet werden, und es ist durch das Öffnen von gegenüberliegenden Fenstern oder Türen ein Durchzug herzustellen. Darüber hinaus war die große Mehrheit der Experten der Ansicht, dass der Einsatz von Filtergeräten oder CO2-Ampeln grundsätzlich dort nicht nötig sei, wo Räume regelmäßig und häufig gut gelüftet werden können. Skeptisch bewerteten sie den Einsatz von Filtergeräten, deren Wirkung gerade im Zusammenhang mit den Corona-Viren nicht hinreichend erwiesen sei.

Schulsenator Ties Rabe: „Auf der Grundlage der Expertenvorschläge werden wir die Lüftungsregeln an den Hamburger Schulen präzisieren. Nach den Herbstferien gilt für die Schulen, dass vor und nach dem Unterricht sowie alle 20 Minuten in jedem Unterrichtsraum für knapp fünf Minuten so viele Fenster wie möglich geöffnet und auf Durchzug gestellt werden sollen. Die Dauerlüftung über dauerhaft angekippte oder geöffnete Fenster bringt wenig außer Kälte und ist deshalb zu beenden. Wirkungsvoller Durchzug entsteht unter anderem durch den Temperaturunterschied von warmer Innen- und kalter Außenluft. Entscheidend ist daher eine kurze Stoß- und Querlüftung. Denn mit einem kräftigen Durchzug für fünf Minuten wird deutlich mehr Luft im Unterrichtsraum ausgetauscht – und es wird nicht so kalt. Die Experten sagen, dass sich die Raumtemperatur beim richtigen Lüften im Durchschnitt nicht mehr als zwei bis drei Grad Celsius abkühlt.“ Eine Untersuchung von Schulbau Hamburg hat gezeigt, dass in 99,5 Prozent aller Unterrichtsräume eine solche Lüftung möglich ist.

95 Schulen beteiligen sich mit über 500 Lerngruppen in den Herbstferien an den Hamburger Lernferien

In den Herbstferien werden 95 Hamburger Schulen erneut Lernferien anbieten und so den Erfolg der in diesem Sommer erstmals durchgeführten „Lernferien“ fortsetzen, um eventuelle Lernrückstände aus der Zeit der Schulschließungen aufzuholen.

Schulsenator Ties Rabe: „Ich freue mich sehr, dass auch in den Herbstferien wieder ein breites Lernangebot im Rahmen der Hamburger Lernferien umgesetzt wird. Das Engagement der Hamburger Schulen in der Ferienzeit ist keine Selbstverständlichkeit. Die Erfahrungen im Sommer haben gezeigt, dass das Angebot der Lernferien besonders in dieser herausfordernden Zeit eine gute Unterstützung für Schülerinnen und Schüler bietet. Auch in den Herbstferien wird die Teilnahme an den Kursen für alle Schülerinnen und Schüler kostenlos und freiwillig sein. Alle Jugendlichen und Kinder, deren Eltern diesen Unterricht wünschen, können daran teilnehmen.“

Die Schulbehörde hatte den Schulen vor den Sommerferien zusätzliche finanzielle und organisatorische Unterstützung zugesagt, um in den Sommer- oder Herbstferien 14-tägige Lernkurse für kleinere Schülergruppen zu organisieren. Bereits im Sommer haben 241 von 323 möglichen Hamburger Schulen das Angebot angenommen und Lernferien organisiert. In den sozial benachteiligten Stadtteilen haben sogar fast alle Schulen die Lernferien angeboten (89%). Insgesamt haben in den Sommerferien 6.902 Schülerinnen und Schüler das Angebot angenommen.

In den Herbstferien werden die Lernferien an 95 Schulen mit insgesamt 516 organisierten Lerngruppen angeboten. In 54 dieser Schulen wurden im Sommer noch keine Lernferien angeboten, 41 Schulen wiederholen ihr Angebot. Es werden sowohl an Grundschulen, Stadtteilschulen, Gymnasien und Regionalen Bildungs- und Beratungszentren Lernferien stattfinden, die meisten Lerngruppen wird es an den Stadtteilschulen geben. 34 der 95 Schulen planen ihr Angebot sogar in beiden Ferienwochen. Außerdem findet an mehr als der Hälfte der Schulen eine zusätzliche Ferienbetreuung statt. Die für die Ferienbetreuung verantwortlichen Träger wurden frühzeitig informiert, so dass eine gute Abstimmung zwischen den beiden Angeboten stattfinden kann.

In besonderer Weise gilt das Angebot für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwächen und Sprachförderbedarf von der Vorschulklasse bis zur Klassenstufe 9. Außerdem richten sich die Lernferien an Kinder, die während des Fernunterrichts der Corona-Zeit kaum Zugänge zum digitalen Lernen oder wenig Unterstützung durch erwachsene Bezugspersonen hatten. Die Teilnahme an den Kursen ist kostenlos und freiwillig. Zudem haben die Schulen einigen Schülerinnen und Schülern die Teilnahme am Ferienunterricht besonders empfohlen. Hier müssen die Eltern für sich prüfen, ob sie dieses Angebot annehmen.

Die Gruppengröße der einzelnen Kurse liegt bei rund zehn Schülerinnen und Schülern, die täglich drei Schulstunden gemeinsam lernen. Für Schülerinnen und Schüler aus internationalen Vorbereitungsklassen und Basisklassen sind sowohl die Einrichtung eigener Gruppen als auch die Integration in andere Lernferiengruppen möglich. Die Kurse können von Honorarkräften, Lehrkräften und Pädagogisch-Therapeutischem Fachpersonal geleitet werden. Im Sommer hat die Volkshochschule einen Pool an möglichen Kursleitungen aufgebaut, auf den die Schulen nun gegebenenfalls zugreifen können.

Die Angebote der Hamburger Lernferien berücksichtigen den Hamburger Bildungsplan und bieten Materialen und Informationen, die das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) erarbeitet hat. Dabei wird die Förderung der sprachlichen und mathematischen Kompetenzen in einem motivierenden und abwechslungsreichen Lernsetting geboten. Aber auch der kreativ-kulturelle Teil kommt nicht zu kurz und wird durch Tipps und Angebote ergänzt.

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